Wetter-Lexikon
Folgende Zusammenstellung ist zum Großteil aus dem Buch "Meteorolgie in Stichworten" von Stefan Emeis aus dem Borntraeger-
Verlag und der Internetseite der Wetterstation
Göttingen entnommen.
B
Bodenfeuchte
Der Feuchtigkeitsgehalt des Erdbodens ist stark von der Auswahl des Standortes abhängig und wirkt sich außerdem
auf die Erdboden- und Oberflächentemperatur aus: je feuchter der Boden, desto träger die Schwankungen. Ein sehr
nasser Boden friert nur langsam durch und bleibt lange tief gefroren, da eine große Menge Energie für den Wechsel
des Aggregatzustandes des Wasser gebraucht wird.
Interessant ist dieser Messwert für alle Boden nutzenden Berufe, vor allem für die Landwirtschaft. Darüber
hinaus lassen sich mit diesen Daten die Speicherfähigkeit des Bodens sowie Grund- und Hochwasserstände
prognostizieren. Wegen der Vielzahl unterschiedlicher Böden und der großen Messvarianz ermittelt man die
Bodenfeuchte nicht mehr physikalisch, sondern berechnet sie mit verschiedenen Parametern. Der DWD veröffentlicht
das graphische Ergebnis dieser Arbeit im Internet (Profil für
Leipzig).
An der Wetterstation Markkleeberg wird der Feuchtigkeitsgehalt mit einer Watermark-Sonde® in 10 und 50 cm Tiefe auf
einer grasbewachsenen Wiese gemessen, über ein 4,50 m langes Kabel an eine separate Funkstation übermittelt und
an die etwa 30 Meter entfernte Basisstation gefunkt.
Ein trockener Boden besteht aus mineralischen Bestandteilen und mit Luft gefüllten Hohlräumen. Ist der Boden
komplett mit Feuchtigkeit gesättigt, ist die gesamte Luft durch Wasser ersetzt. Gemessen wird der Unterdruck von
0-200 cb (Zentibar), den die Pflanzen überwinden müssen, um gegen die Kapillarkraft Wasser aufnehmen zu
können. Je weniger Wasser im Boden vorhanden ist, desto größer ist der (negative) Druck, desto höher
die Anzeige in cb. Das Ergebnis dürfte einigermaßen repräsentativ für alluviale, feine, leicht
lehmige Böden der näheren Umgebung sein. Da Pflanzen unterschiedlich mit Trockenheit zurecht kommen, also
trockenem Boden mehr oder weniger stark die Restfeuchtigkeit entziehen können, kann die folgende Tabelle lediglich
als grobe Orientierung dienen:
| Messwert |
Bodenbedingungen |
| 0-10 cb |
Gesättigter Boden. Typisch im Winter und nach ergiebigen Regenfällen. |
| 10-20 cb |
Boden ist ausreichend nass. Keine Bewässerung nötig. |
| 20-60 cb |
Boden ist gerade noch ausreichend feucht. Bei sehr leichten Böden kann eine Bewässerung bereits angemessen sein. |
| 60-100 cb |
Boden trocknet aus. Nun muss auch ein schwerer Boden bewässert werden. |
| 100-200 cb |
Trockener Boden. Ohne Bewässerung gibt es bei mitteltief wurzelnden Pflanzen (bis Buschgröße) bereits Trockenschäden auf allen Bodensorten. |
Bodentemperatur
Die Bodentemperatur beeinflusst zusammen mit der Bodenfeuchtigkeit maßgeblich das Pflanzenwachstum. Ein wichtiger Wert
also für die Phänomenologie sowie die Landwirtschaft. Je höher die Temperatur, desto höher auch die
Verdunstung und damit sinkt die Bodenfeuchte. Ein trockener Boden erhitzt sich unter Sonneneinstrahlung schneller und
kühlt nachts stärker aus als ein feuchter.
An der Wetterstation Markkleeberg wird die Bodentemperatur in 10 und 50 cm Tiefe auf einer grasbewachsenen Wiese gemessen,
über 4,50 m Kabel an eine separate Funkstation übermittelt und dann an die etwa 100 Meter entfernte Basisstation gefunkt.
Zusätzlich wird die Temperatur an der Erdbodenoberfläche bestimmt. Besonders in strahlungsstarken, windstillen
Nächten ist die Luft zeitweise extrem geschichtet: warme Luft steigt nach oben, kalte Luft sinkt nach unten. Bodenfrost
kann auftreten, obwohl die Lufttemperatur in 2 m Höhe noch 4 °C beträgt.
T
Taupunkt
Temperatur auf die die feuchte Luft abgekühlt werden muss, damit sich Tau bildet. Die Differenz zwischen aktueller Temperatur und Taupunkt wird Taupunktsdifferenz genannt; sie ist ein Feuchtemaß. Der Taupunkt liegt unter der Feuchtetemperatur.
Temperatur
Mit der Temperatur T wird die in der Luft enthaltene Wärmeenergie gemessen. Wärme ist die - durch ständige Zusammenstöße der Luftmoleküle - ungeordnete (zufällige) Molekülbewegung. Die Temperatur ist das Maß für die mittlere kinetische Energie der Moleküle. Je wärmer ein Stoff ist, desto stärker ist die Bewegung der Moleküle. Am absoluten Nullpunkt, der tiefsten erreichbaren Temperatur, kommt jede Molekülbewegung zum Erliegen. Physikalische Maßeinheit der Temperatur ist das Kelvin (K). Am absoluten Nullpunkt herrschen 0 K. Weitere Fixpunkte für eine Festlegung der Temperaturskala sind der Gefrierpunkt und der Siedepunkt von reinem Wasser bei 1013,25 hPa, dem mittleren Luftdruck am Erdboden. Die Differenz zwischen Gefrier- und Siedepunkt wird in 100 Teile (Grade) geteilt. Mit dieser Schrittweite finden wir den Gefrierpunkt von Wasser bei 273,15 K und den Siedepunkt bei 373,15 K.