Freitag, 28. September 2007
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| Unser Flug ging von Berlin via London nach San Francisco |
Aufstehen! Ja, das musste irgendwann auch mal sein. Eine sehr kurze Nacht fand mit dem Weckerklingeln gegen 3.30 Uhr ihr Ende. Und schon eine gute halbe Stunde später stand Sebastians Vati pünktlich mit 15 Minuten Verspätung vor der Tür. Die Fahrt nach Berlin-Tegel verlief ohne weitere Vorkommnisse und so erreichten wir zehn nach sechs den Otto-Lilienthal-Flughafen der Hauptstadt. Schnell die Sachen raus aus dem Auto und dann gleich zum Check-in. Wir wollten ja schließlich noch etwas über den Flughafen spazieren – und das ohne den ganzen Ballast.
Bei leicht nebligem Wetter startete unser Flug nach London-Heathrow schon mit einer zehnminütigen Verspätung. Über den Wolken ließ dann die Anspannung etwas nach, die man ja die ganze Zeit schon hatte. Jetzt gabs kein Zurück mehr! In London vergrößerte sich unsere Verspätung noch einmal, denn der Luftraum über London war so gut gefüllt, dass wir noch in den freudigen Genuss einer Platzrunde über Londons Osten kamen. Und auch am Boden hieß es erstmal auf einen freien Platz für unseren Flieger am Gate warten.
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Im Terminal angekommen wartete eine erneute Sicherheitskontrolle auf uns: so viele Leute und so viel zu kontrollieren soweit das Auge reicht! Danach hatten wir ja auch noch etwas Zeit bis zu unserem Flug und wollten das richtige Gate suchen. Fehlanzeige – im wahrsten Sinne des Wortes! Über Spenden an Anzeigetafel würde sich der Flughafen sicher freuen – und über mehr Informationen auf den wenigen vorhanden Displays sicher auch die Fluggäste (unser Flug wurde erst 30 min vorher angezeigt)! Auch der Einstieg klappt nicht so, wie man es eigentlich erwarten würde. Mit 50 Minuten Verspätung hoben wir dann endlich 11.40 Uhr gen Nordwesten ab.
Unsere Boeing 747-400 war bis auf den letzten Platz gefüllt und wir hatten natürlich das Glück in der mittleren Sitzreihe genau die mittleren Sitzplätze zu erwischen! Egal, schwamm drüber! Knapp 11 Stunden Flugzeit lagen vor uns und die sollte man doch optimistisch angehen! Und schon bald gab es auch etwas zu essen an Bord. "Butter Chicken" gab es; und Fruchtsalat und Erdbeerkuchen als Nachtisch. Doch nach einer Weile forderte auch die Müdigkit ihren Tribut, so dass Sebastian und ich uns für knapp drei Stunden verabschiedeten. Die restliche Zeit an Bord vertrieben wir uns mit Musikhören, Fernsehen (Mr. Bean kam u.a.) oder damit, erst die Nachbarn hochzuscheuchen um aus dem Fenster schauen zu können. Doch leider war überall nur eine geschlossene Wolkendecke zu sehen. Von Island oder Grönland bekam man leider überhaupt nichts nichts mit, obwohl wir oben drüber geflogen sind. Erst kurz vor Vancouver klarte es etwas auf und man konnte einige schneebedeckte Gipfel der Rocky Mountains bewundern. Immer an der Pazifikküste entlang ging es das letzte Stückchen bis San Francisco1.
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Endlich in Amerika! Nachdem die Einreiseformalitäten ("Waren Sie je in ihren Leben an terroristischen Anschlägen beteiligt" oder Ähnliches wurde gefragt – wow, was für geistreiche und sinnvolle Fragen!) abgeschlossen waren und wir unser Gepäck wieder hatten, ging es erstmal zur BART-Station2 zum Fahrkartenautomaten. Welches Ticket kaufen? Ein Herr half uns weiter uns so konnten wir mit dem nächsten Zug ins Zentrum von San Francisco fahren. Nächster Stopp Station Embarcadero. Als wir die Treppe zur Straße hinauf kamen, ging der erste Blick nach oben auf die umliegenden modernen Hochhäuser. Gigantisch! Im krassen Gegensatz dazu waren die Uraltbusse und Straßenbahnen, die in der Market Street verkehrten. Wo fährt Bus Nummer 10? Ah, dort. Trotz seines beträchtlichen Alters bequemten wir uns dann doch den Oberleitungsbus zu besteigen, der uns zu Fort Mason brachte.
Denn dort befand sich ja unsere Herberge für die nächsten vier Nächte. Was ein kleines Nickerchen doch alles ausmacht; wir waren ja nun schon fast 24 Stunden auf den Beinen, doch die Müdigkeit war nur begrenzt. Und so tätigten wir noch die wichtigsten Einkäufe und machten auch noch eine kleine Abendrunde über Fisherman's Wharf zum Ghiradelli Square.
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"Welch Freude" war unser erster Gedanke als wir wieder unser Zimmer betraten. Wir hatten Besuch: ein weiterer Herr hatte sich bei uns einquartiert und ein zweiter sollte später noch folgen. Doch gegen 20.40 Uhr PST3 war auch unser Tag nach über 26 Stunden ersteinmal zu Ende.
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1 San Francisco wurde 1792 gegründet und hat 745.000 (Region 4,16 Mio.) Einwohner
2 Bay Area Rapid Transit – die örtliche Schnellbahn
3 Pacific Standard Time (9 h Zeitunterschied zu Deutschland)