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Tag 02:  San Francisco

Sonnabend, 29. September 2007

Stadtbesichtigung San Francisco: Fisherman's Wharf, North Beach, Marina und Presidio

Unser erster richtiger Tag in San Francisco startete zehn vor sieben, kurz vor dem Sonnenaufgang. Nach einer erholsamen Nacht war der erste Weg der ins Gemeinschaftsbad. Und just das erste Tier, das Sebastian beim Blick aus dem Fenster auf dem Weg dorthin entdeckte, war ein (hoffentlich) wohlparfümiertes Stinktier. Na das fängt ja richtig gut an! Aber draußen kündigte sich der Tag mit blauem Himmel und schönstem Sonnenschein an.

Da es um diese Zeit noch kein Frühstück gab, entschlossen wir uns zu einer kleinen Morgenrunde: zuerst auf den Pier von Fisherman's Wharf, in der Nähe des abends zuvor erkundeten Ghiradelli Square. Dort hatte man einen wunderschönen Blick auf die Golden Gate Bridge und die Gefängnisinsel Alcatraz in der Morgensonne. Weiter auf der Runde besichtigten wir auch das Maritime Museum. Es beherbert die weltweit größte Sammlung historischer Schiffe. An der in der Nähe liegenden Endstation der Powell-Hyde Linie4 konnten wir das Wenden der berühmten Cable Cars auf einer hölzernen Drehscheide beobachten. Dabei drehen Fahrer und Bremser das Fahrtzeug mit ihrer Muskelkraft zur Freude der Touristen!

Nach dem extrem reichhaltigen Frühstück mit einem Bagel begann dann unsere eigentliche Runde. Immer an den Piers entlang Richtung Osten kamen wir zum Pier 39. Eine ganze Ladenzeile, sogar mit einem historischen Karussell, befinden sich auf dem Pier. Und noch eine Besonderheit ist dort zu bewundern: auf hölzernen Pontons hat es sich eine Herde Seelöwen bequem gemacht. Die brüllten und "dufteten" dort um die Wette!

Für Montag hatten wir ja den Besuch auf Alcatraz geplant und wollten uns nun um Karten bemühen. Am Pier 33 erfuhren wir, dass das ganze Wochenende dieser Top-Sehenswürdigkeitkomplett ausgebucht ist und der Kartenpreis für Montag, statt wie angegen 21,50 Dollar, noch drei Dollar mehr kosten sollte. Naja, so verdient man halt Geld! Hat nicht jemand noch zufällig eine Insel übrig, die man selbst vermarkten könnte?!

Nun stand Cable Car fahren auf dem Programm. Doch an der Endstation der Powell-Hyde Linie stand schon eine Touristenhorde und die Kollegen der MUNI5 machten auch Mittagspause. So konnten wir erst das historische Gefährt gegen 13 Uhr besteigen und damit die steilen Hügel San Franciscos erklimmen. Ist schon erstaunlich, welche Steigungen doch bewältigt werden können! Und nebenbei immer die lustigen Sprüche des Bremsers, der mit auf der hinteren Plattform des maßlos überfüllten Fahrzeugs stand. Das Ziel war der Cable Car Barn – ein Museum und die Wartungszentrale für die Cable Cars. Innen konnte man hinter einer Glasscheibe von oben einen Blick auf die vier gewaltigen Antriebe der Hyde, California, Mason und Powell Street werfen. Sogar eine Besichtigung der sich unter der Straße befindlichen Rollen und Kabel des Antribes der Cable Cars war möglich!

Nun stand noch ein Museum auf dem Programm: das Exploratorium. In einem monumentalen Beaux-Arts-Bau untergebracht, soll es das beste Wissenschaftsmuseum der USA sein. Sebastian hatte nicht das große Interesse, so dass ich es mir allein anschaute. Grundsätzlich ist dort alles zum Anfassen und Ausprobieren und die dazugehörigen Erklärungen der Experimente sind leicht verständlich. So macht ein Museum Spaß und man lernt das eine oder andere! So zum Beispiel konnte ich das Blut in den Sinneszellen des Auges zirkulieren "sehen".

Nach dieser Lehrstunde machte ich mich auf den Weg über das Crissy Field6 zur Golden Gate Bridge. In der Nähe vom Restaurant "Warming Hut" beginnt der Aufstieg die Klippen hinauf zur Brücke. Dabei war immer im Blick die Bucht und das sich unter der Golden Gate Bridge befindliche Fort Point7. Oben angekommen konnte ich endlich einmal dieses berühmte Bauwerk aus der Nähe betrachten! Einfach wunderschön! Und doch auch dringend benötigt, wenn man den Verkehr sieht der von und nach Marin County über die Brücke fließt.

Der Weg zurück führte durch das Presidio, einem vom Militär genutzen Gelände mit schönen Holzhäusern, einem großen Friedhof, Kasernengebäuden im alten Stil und sehr viel Grün, das prägend für diesen Stadtteil ist. Nach einem längeren Fußmarsch durch den Presidio National Park (dort ist es ganz schön hügleig, aber man hat auch schöne Ausichtspunkte zwischendurch) kam ich dann wieder im städtischen Gebiet an der California Street an. Mit dem Bus wollte ich zurück zu Fort Mason. So einfach war das nur nicht ohne Liniennetzplan, denn der Bus fuhr nicht nur gerade aus (was er hätte tun sollen), sondern bog einfach mal schnell rechts ab. Sebastian wartete schon, denn Hartmut hatte sich bereits angekündigt und war fast abholbereit auf dem Weg zur Embarcadero Station. Ich hatte so meine liebe Not mit noch zweimal Umsteigen zurück zu Fort Mason zu kommen. Doch kam unser Bus #10 einfach nicht und so mussten wir eine andere Linie nehmen (verständliche Liniennetzpläne an den Haltestellen wären sehr schön) und schließlich noch einen Fußmarsch schnellen Schritts einlegen.

Gegen 20.30 Uhr trafen wir auf Hartmut, der mit seinem riesigen Koffer und einer großen Reisetasche im Zentrum an der Market Street auf uns wartete. Von nun an gestalten wir nun unseren Trip gemeinsam. Nach dem Check-in im Hostel, einen kleinen Einkauf im nahegelegenen Safeway und dem anschließenden Abendessen war der Tag – bis auf das Tagesberichtschreiben – auch beendet.


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4  Es gibt noch drei Cable Car Linien in San Francisco: Powell-Hyde, Powell-Mason und California Line
5  San Francisco Municipal Railway – die städtischen Verkehrsbetriebe
6  Beliebter Strand und Sportbereich, der zur 1915 zur Panama-Pazifik-Ausstellung angelegt wurde
7  Die Festung wurde 1891 eingeweiht uns sollte die Bucht und die mit Gold beladenen Schiffe schützen



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