Donnerstag, 11. Oktober 2007
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| Stadtbesichtigung Chicago: North Side, Printer Row, South Loop & Near South Side |
Der heutige Tag wurde eher individuell gestaltet. Hartmut und Sebastian wollten sich etwas in den Geschäften der Stadt umsehen, wogegen ich mich ins Museum begeben wollte. So taten wir es auch und ich machte mich 9.30 Uhr aus den Federn, während die beiden Kollegen noch etwas die Ohren auf's Kissen pressten. Beim Frühstück saß ich neben einem Herrn aus Tampa (Florida), der abends zuvor auch mit im PC Zimmer war. Auch er lobte die feine Musikauswahl vom Abend. Aly & Fila sind ja auch wirklich genial und der Herr hat einen guten Geschmack.
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Vor dem Museumsbesuch stand noch etwas Stadtrundgang auf dem Programm. Mit der Metro fuhr ich in die Old Town, in der North Side von Chicago. Neben einer katholischen Kirche konnte man alte Holzhäuser sehen und andere historische Bauten. Durch die Astor Street, vorbei am Chicagoer Erzbischofssitz, ging es wieder südwärts zum Lake Drive. Während ich auf den Bus zum South Loop wartete, konnte man an der gegenüberliegenden Straßenseite nur so die Wellen brechen und die Gischt nach oben spritzen sehen. Vom Lake Michigan her kam ja eine streife Brise.
Im South Loop hatten wir ja gestern schon die städtischee Bibliothek gesehen. Sie schaute ich nochmal von innen an, schließlich ist sie ja die größte öffentliche Bibliothek der Welt. Durch die Printing House Row60 und vorbei am Hilton Hotel kam ich zum Grant Park. Dort war auch die Buckingham Fountain. Teilweise spritzt in diesem Brunnen das Wasser 45 m hoch, doch leider war er an diesem Tag abgestellt. Mittlerweile hatten sich auch die Wolken verzogen und die Sonne kam raus. Nachdem im Park noch etwas Grauhörnchen gucken angesagt war, spazierte ich zum Museum Campus61. Neben dem Aquarium und dem Adler Planetarium befindet sich dort auch das Field Museum, in welches ich später spontan gehen wollte (eigentlich wollte ich ja ins Science and Industry Museum). Doch zuerst genoss ich den Blick bei schönstem Sonnenschein von der Terrasse des Aquariums auf die Stadt.
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Weiter gings hinter zum Adler Planetarium. Bei freiem Eintritt kann man es sich schonmal anschauen! Und es hat sich wirklich gelohnt. Im Untergeschoss stand ein historisches Miniplanetarium. Auf einem Schlitten fährt man da in eine ca. 3 m Blechkugel und kann in ihrem Inneren den Sternenhimmel von Chicago bewundern. Natürlich wird dort auch die Geschichte der Astronomie veranschaulicht. Im ersten Stock konnte man von einer Terrasse mittels eines Teleskops die Sonne beobachten. Leider ist sie gerade wenig aktiv, warum ich keine Sonneflecken oder Eruptionen sehen konnte.
Nach einem kurzen Abstecher zum Seestrand stand 15.30 Uhr dann das Field Museum auf dem Programm. Hier kann man alles von Tieren, Pflanzen, der Evolution, Dinosauriern, Edelsteinen, der Menschheitsgeschichte, Kulturgeschichte, Meteoriten, Fossilien und noch viel mehr studieren. Gleich in der Haupthalle lacht einen ein Thyrannosaurus Rex – "Sue" – an. Ein paar Schritte weiter stehen zwei riesige Elefanten. Schnellen Schritts schaute ich mir die Ausstellungen an, ich hatte ja nur noch 90 Minuten bis zur Schließung. Die ganzen Sachen sind sehr schön und verständlich aufgearbeitet. Auch an der bekannten Lucy (Vorfahre des Menschen) kam ich vorbei, die war ja noch richtig klein im Vergleich zu uns heute. Aber man sieht schon die Ähnlichkeiten mit Mensch und Affe.
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Nach dem kleinen Bildungsausflug schaute ich mir weiter die Near South Side an. In der Prairie Street stehen Häuser wohlhabender Leute. Die Straße hat ihren Namen von der Prärie, die nach dem großen Stadtbrand von 1871 bebaut wurde. Dort liegt auch der Hillary Rodham Clinton Park. Ich wusste gar nicht, das man Orte nach noch lebenden Menschen benennet.
Eigentlich wollte ich noch zur Chicagoer Universität in South Side, darum machte ich mich zum Bus auf. Im vollen Bus fiel mir auf, dass ich das einzige Weißbrot unter all den Schwarzbroten war. Scheinbar müssen viele Afroamerikaner den Süden bewohnen. Nach einem weiteren Stückchen Fußweg kam ich dann endlich zur Metrostation. Eigentlich hätte ich diese noch weiter fahren müssen, doch angesichts der kommenden Dämmerung und mit Sebastian und Hartmut hatte ich 18.30 Uhr Treffen im Hostel ausgemacht, entschied ich mich, die Sache in den Skat zu drücken und nach Hause zu fahren.
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Beide waren schon da und wir besprachen das Abendprogramm. Da sie keine große Lust mehr auf eine Abendrunde hatten, machte ich mich wieder alleine auf den Weg. Zuerst zur Michigan Avenue Bridge um die beleuchten Hochhäuser am Chicago River zu bewundern und dann in den Theater District. Die Leuchtreklame am Chicago Theater ist ja ein Wahrzeichen der Stadt. Mit einigen Umwegen schaute ich nochmals am Museumscampus vorbei. Von dort hatte man ja einen tollen Blick auf die Skyline. Und die nächtliche Szenerie bot – wie zu erwarten – einen grandiosen Anblick. Die vielen Wolkenkratzer mit ihren Lichtern reflektieren sich teilweise im Wasser des Lake Michigan.
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Damit hatte mehr oder weniger unser Chicago Aufenthalt seinen Abschluss gefunden und ich machte mich auf den Heimweg. Morgen früh geht's ja zeitig weiter. Punkt Mitternacht kam ich in Fullerton an und beendete die Runde mit einem kleinen Umweg durch's Viertel um das Hostel. Im selbigen machte ich extra leise, weil ich damit rechnete, dass Hartmut und Sebastian schon schliefen, doch als ich ins Zimmer kam, schauten mich beide Kollegen nur an, da sie nicht schlafen konnten. So kommt es halt, wenn man früh nicht aus dem Nest kommt...
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60 Mitte der 1890er Jahre war Chicago die Hauptstadt des Druckgewerbes in den USA; in diesem Viertel war die Druckindustrie konzentriert
61 Auf dem Museums Campus Chicago sind das Field Museum (Natur und Kultur), das John G. Shedd Aquarium (Salz- und Süßwassertiere), das Adler Planetarium (Astronomie) und das weiter entfernt liegende Museum of Science and Industry (Wissenschaft) vereint