Montag, 1. Oktober 2007
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| Fahrt nach Alcatraz und Stadtrundgang in San Francisco: Russian Hill, Nob Hill, Mission Terrace, Haight Ashbury, Golden Gate Park, Ocean Beach undBaker Beach |
Der heutige Tag stand ganz im Zeichen der Gefängnisinsel Alcatraz13. Aus Filmen wie "The Rock" bekannt, wollten wir das Eiland nun einmal mit eigenen Augen sehen. Gesagt getan, unser Ticket dafür hatten wir ja bereits am Sonnabend erstanden und so konnte die Überfahrt pünktlich 10.30 Uhr los gehen. Theoretisch. Denn wir waren schon etwas spät dran und mussten dies mit einem strafen Fußmarsch ausgleichen. Nebenbei verflüchtigten sich auch die letzten Wolken, die am Morgen aufgezogen waren. So fängt der Tag doch gut an!
Nach einer nur zwölfminütigen Schiffsfahrt konnten wir den historischen Felsen betreten. Doch zuvor warnte ein großes Schild, dass Fluchthelfer von Gefangenen großer Ärger ins Haus steht. Davon ließen wir uns nicht abschrecken und stiefelten mutig auf die Insel. Zunächst vorbei am Offizierskasino zum Wasserturm und dann weiter zum Herzstück, dem Zellentrakt. Es gibt insgesamt vier Blöcke, die durch Gänge getrennt sind. Die Gefangenen haben sie mit Straßennamen bezeichnet. So führt ein Broadway oder die Michigan Avenue durch das Gebäude. Auch einen Times Square gibt es dort. Die Zellen sind wirklich winzig und ein Bord an der Wand ist fast die einzige Ausstattung. Ein Audioguide führte uns herum und erzählte auch die Geschichten der Fluchversuche. Angeblich soll es niemand von der Insel (lebendig) geschafft haben. Ansonsten liefen wir noch etwas dort herum. Das Gelände ist heute leider ganz schön heruntergekommen. Und man fragt sich, wofür man 24,50 Dollar Eintritt zahlen durfte?! Nervig waren auch die vielen Fliegen, die einem ständig auf den Geist gingen. Übrigens wurde auch ein Gärtner dort gesucht. Hartmut wollte den Job dann doch nicht annehmen. Gegen 13.50 Uhr wurden wir schließlich begnadigt und durften wiederdie Fähre rüber nach San Francisco nehmen.
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Nun war Beratschlagen angesagt. Hartmut und Sebastian wollten baden fahren, ich zuvor noch die letzten Sehenswürdigkeiten der Stadt anschauen. Also trennten sich vorerst wieder unsere Wege. Nach einem kurzen Zwischenstopp im Hostel ging es bei mir weiter zur Lombard Street. Die Straße im Stadtteil Russian Hill war mit 27% Gefälle einer der steilsten Straßen der Stadt. Man hat sie mittels 10 Kurven entschäft – die Touristen freut es und manchen Autofahrer sicher auch.
Weiter ging die Tour mit dem Cable Car der Mason-Hyde Linie bis zur California Street und von dort dann zu Fuß zur Grace Cathedral14 und dem Viertel drumherum. Allerdings war es für mich ehrlich gesagt nix weltbewegendes, also schnell weiter zur Market Street und von dort mit der Metro zur Mission Dolores15. Die alte spanische Missionsstation hatte leider etwas eher geschlossen als der Reiseführer vorgab. Naja, nächstes Ziel.
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Dieses bestand aus dem Golden Gate Park, einem Grünzug, der sich vom Pazifik ca. vier Kilometer in die Stadt zieht. Mit dem Bus gelangte ich dort hin und lief durch den Park zur California Academy of Sciences. Das benachbarte Aquarium wurde gerade renoviert und erweitert. Das schöne Abendlicht erfreute nicht nur mich, auch ein Fotograf machte gerade seine Modeaufnahmen mit einem Model. Ein Stückchen zu Fuß weiter liegt der hübsche "Japanese Tea Garden". Das letzte eigentliche Ziel für heute lag nun ganz im Westen: der Ocean Beach. Die bald untergehende Sonne schien schon ganz flach in die Filbert Street. Doch der Bus brachte mich rechtzeitig zum Strand, so dass man noch den Sonnenuntergang um 19 Uhr in die Fluten des Pazifiks genießen konnte.
Eine Sache war da ja noch. Wenn man nun schonmal am Pazifik ist, sollte man doch eigentlich auch rein gehen. Doch das Wasser war schecklich kalt und die Wellen riesig hoch. Also was tun? Nach einer gewissen Zeit mit den Beinen im Wasser hatte ich mich schon etwas an die Temperatur gewöhnt und fasste allen Mut und noch mehr zusammmen und tauchte mal kurz unter. Und nun schnell wieder raus und in die warmen Sachen rein! Bibber!
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Zu Fuß gings nun ein Stück hangaufwärts vorbei am Cliff House zur Bushaltestelle, denn ein Strand war für heute nicht genug! Um zum Baker Beach an der Golden Gate Bridge zu gelangen, musste ich einmal umsteigen. Der Fahrer im Bus 29 war einer der wirklich netten Sorte. Bei einem netten Gespräch warnte er auch, dass man nicht vor herumlaufenden Coyoten erschrecken sollte, die tun einem nichts. Danke! Nun war es schon richtig dunkel geworden, doch ich fand meinen Weg von der Straße hinunter zum Baker Beach. Die Wellen donnerten ohrenbetäubend in der Brandung und das Wasser spritzte dabei bis 2½ m hoch. Und das vor der Kulisse der beleuchteten Golden Gate Bridge. Atemberaubend! Ganz allein am Strand vor so einem Bild!
Auf dem Fußweg an der Straße zur Golden Gate Bridge raschelte es doch plötzlich am Hang unten im Gebüsch. Ein Coyote? Nein, es war ein Waschbär, der mich auf einmal anstarrte. Wenig später der nächste Geselle, ein Stinktier. An der Aussichtsfläche an der Brücke über das Goldene Tor16 hatte man neben der Sicht auf das Bauwerk auch einen guten Blick auf die Bay-Area. Die ganzen Hänge um die Bucht waren mit kleinen Lichtpunkten übersät. So viele Menschen wohnen dort, wow!
Nachdem mich der Bus bis zu unserem Safeway Einkaufsmarkt in der Nähe des Hostels gebracht hatte, stand nur noch ein kurzer Weg durch den Park an. Doch da war noch richtig was los. Unser Stinktier von vorgestern hatte seine Brüder mitgebracht, so dass mir gleich weitere drei Exemplare über den Weg liefen.
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13 Alcatraz war 1859 bis 1907 eine Festung der US-Armee, dann wurde es ein Militärgefängnis; zwischen 1934 und 1969 war es das Hochsicherheitsgefängnis der USA, wo unter den Gefangen auch Al Capone war
14 Die Kirche der Episkopalgemeinde entstand 1927/28, wurde aber erst 1964 fertig gestellt; der Bau orientiert sich am Vorbild der Pariser Notre Dame
15 1791 erbaut ist die spanische Mission Dolores das älteste Gebäude San Franciscos und wurde vom Franziskanermönch Junipero Serra gegründet
16 Technische Daten zur Golden Gate Bridge: Gesamtlänge 2.700 m, Spannweite 1.270 m, Stahltürme sind 227 m hoch, Fahrbahn liegt 67 m über dem 97 m tiefen Meer, die zwei 1 m dicken Stahlkabel bestehen aus 129.000 km Draht, 40 Mio. Fahrzeuge überqueren jährlich die Brücke – 120.000 am Tag, am 28. Mai 1937 um 9.30 Uhr wurde die Brücke eingeweiht