Mittwoch, 3. Oktober 2007
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| Fahrt vom Yosemite National Park durch das Death Valley nach Las Vegas |
Da wir am Vortag gerade noch so den Sonnenuntergang im Yosemite National Park mitbekommen hatten, beschlossen wir den heutigen Tag nochmal im Nationalpark zu beginnen. Gesagt, getan. So ging es nach dem Aufstehen vom Motel wieder nach einen Tankstopp zurück in den Park. Schon auf der Hinfahrt konnte man das einmalige Panorama – welches nun auch schön von der Sonne angestrahlt wurde – vom Tunnel View Point aus genießen. Zuerst fuhren wir nach Mariposa Grove19 im Süden von Yosemite. Dort stehen noch einige der gewaltigen Mammutbäume. Diese können bis zu 75 m hoch und über 3.000 Jahre alt werden. Es gibt sogar einen Sequoia, wo man wie durch einen Tunnel mit dem Auto hindurch fahren kann. Allerlei Getier begegnete uns auch wieder: auf dem Hinweg drei Coyoten, und in Maripose Grove ließ ein wildes Reh die Leute bis auf einen Meter an sich ran kommen! Und Eichhörnchen gibt's ja sowieso en masse.
Unsere Tour führte nun die rund 45 km zurück nach Yosemite Village. Auf dem Weg dort hin kamen wir wieder an einer der Baustellen vorbei. Wo man in Deutschland einfach ein Schild an die Straße stellen würde, stellt man in den USA einfach einen Bauarbeiter an den Straßenrand, der dann das Schild halten muss. Nachdem wir uns im Dorf noch ein wenig umgeschaut hatten, traten wir um 13 Uhr nun endgültig unsere eigentliche Tagesetappe an. Wir hatten ja bedingt durch die spätere Abfahrt aus San Francisco die erste Etappe nicht vollständig geschafft. Heute sollten nun ca. 700 km vor uns liegen. So querten wir den Nationalpark auf der CA-120 gen Osten und schraubten uns dabei auf über 3.000 m über NN nach oben. Die vorbeiziehende Landschaft änderte mehrfach ihren Charakter: die Kiefernwälder wichen anderen Baumenarten, mehr Gestein wurde sichtbar, welches in den Höhenlagen extrem glatt geschliffen war. Dies hat mit der Entstehungsgeschichte zu tun, als gewaltige Eismassen die Berge abschliffen und polierten.
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Mit dem Ende des Yosemite Nationalparks hatten wir auch den Kamm der Sierra Nevada passiert und fuhren bergab bis zum Mono Lake20, wo wir auf die US-375 wechselten. Die Sonne sank schon immer mehr, als wir in Bishop eine Rast einlegten. Bei Denny's gab's nen großen Burger. Nun hatten wir ja erst unser eigentliches Tagesziel von gestern erreicht, darum musste es nun auch schnell weitergehen!
Die untergehene Sonne zauberte die White Mountains zu unserer Linken in ein schönes Licht. Und dieses Licht verließ uns auch bald und wir mussten im Dunklen weiterfahren. So sahen wir leider auch vom teilweise unter dem Meeresspiegel liegenden Death Valley21 nicht mehr als das Fernlicht unseres Hyundai hergab. Es war einfach nur stockdunkel! Allerdings hatten wir ein anderes Erlebnis: bei einem Stopp mitten in der Wüste konnten wir einen Sternenhimmel in einer solchen Intensität beobachten, wie ich ihn noch nie erlebt habe. Das Band der Milchstraße so intensiv von einem Horizont bis zum anderen!
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Die restliche Fahrt verlief eher unspektakulär. Die Staatengrenze zu Nevada passierten wir 22 Uhr. Über die US-95 gelangten wir nach Las Vegas22, dessen Lichterschein wir schon viel früher am Himmel über der Wüste entdeckten. In der Stadt selbst war der Highway wegen Bauarbeiten kurzfristig gesperrt worden und wir mussten eine Umleitung nehmen. Aber dank dem Navigationssystem fanden wir schnell in unser Hotel, dem Excalibur23, wo wir ein paar Minuten nach Mitternacht eintrafen.
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19 Mariposa Grove war eines der Gebiete, die mit der Einrichtung des Yosemite National Parks unter Schutz gestellt werden sollten; mehr als 500 Sequoias, teilweise rund 3.000 Jahre alt, ragen dort bis zu 75 m in den Himmel bei Stammdurchmessern von 9 m
20 der Mono Lake ist ein 155 km² großer Salzsee eingebettet zwischen zwei Vulkaninseln und ist vielleicht der älteste See der Welt ohne natürlichen Abfluss
21 Im Tal zwischen den bis zu 3.350 m hohen Gebirgszügen liegt mit 85,5 m unter dem Meeresspiegel der tiefste Punkt Nordamerikas; im Sommer herrschen hier die höchsten Durchschnittstemeraturen der Welt
22 Las Vegas hat ca. 576.000 (Region 1,83 Mio.) Einwohner und ist die größte Stadt von Nevada
23 Das mittelaterlich dekorierte Excalibur ist mir 4.008 Zimmern das siebtgrößte Hotel der Welt; auch das 9.300 m² große Casio ist eines der größten in Las Vegas