Sonntag, 7. Oktober 2007
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| Fahrt durch den Canyonlands und Arches National Park nach Grand Junction |
Für unseren vorletzten Fahrtag mit dem Auto stand die Etappe von Bluff bis nach Grand Junction (Colorado) auf der Tagesordnung. Nach einigen Verzögerungen am Morgen brachen wir kurz vor halb elf von unserer Unterkunft auf und fuhren auf der US-191 nordwärts. Unser erstes Ziel lag etwas abseits davon und so fuhren wir 28 Meilen vom Highway durch pampaähnliche Gebiete zum Hovenweep National Monument46. Auf den abgelegenen, leeren und teilweise schnurgeraden Straßen musste man es mit den Verkehrsregeln nicht ganz so genau nehmen. Aber selbstverständlich fuhren wir vorbildlich! Das National Monument ist eine Ruinenstätte der Pueblo-Kultur mit mehreren separaten Steintürmen, die um einen kleinen Canyon angeordnet sind. Den kleinen Rundkurs um diese Ruinen auf einem Weg durch den Canyon wanderten wir natürlich ab. Diese kleinen gemeinen Eidechsen wollten sich einfach nicht fotografieren lassen. Immer rannten diese vor mir weg! Sowas, aber erstaunlich, mit welcher Geschwindigkeit sich diese Tierchen fortbewegen können.
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Autofahren ist ja nicht so mein Ding, aber bei diesen leeren Straßen wollte ich doch einmal versuchen, wie man mit Automatik und Tempomat durch Amerika kommt. Auf den paar Meilen steuerte ich unseren Hyundai Elantra durch die Prärie. Sebastian übernahm am Highway wieder das Steuer. Diesem, also dem Highway, folgten wir dann wieder nordwärts und bogen dann zu Canyonlands National Park47 ab. Wir wollten ja schließlich unsere 80-Dollar-Jahreskarte auch richtig nutzen! Unser Gebiet war das südliche, der Needles District, im vom Colorado und Green River in den Fels ausgewaschenen Labyrinth. Doch zuvor kamen wir auf dem Weg dort hin an einem Felsen vorbei, in dem prähistorische Zeichnungen eingeritzt waren. Sein Name war "Newspaper Rock", wie passend! Schon der Weg in den Park war wunderschön: rötliche Felswände ähnlich denen im Monument Valley mit ihren Schutthalden standen beidseits der Straße. Auch sahen wir nach Tagen mit verhältnismäßig wenig Vegetation große Bäume wie Eichen und Pappeln, die in den schönsten Herbstfarben leuchteten. So fängt der Indian Summer an! Im Canyonlands Nationalpark selbst sahen wir einen Felsen der wirklich wie ein Holzschuh aussah, natürlich trug er auch diesen Namen. Ein anderer hatte die Form eines Elefantenkopfes. Außerdem wanderten wir auch noch ein kleines Stückchen durch eine grasbewachsene Ebene und erkletteterten einen kleinen Felsen und genossen die Aussicht. Dort waren auch sehr schöne Camping und Grillmöglichkeiten – man kann schon einmal eine Nacht (oder mehr) dort verbringen.
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16 Uhr verließen wir wieder den Park und fuhren weiter auf der 191 und kamen so durch Moab. Diese einst ruhige Mormonensiedlung wurde durch seine in der Nähe liegenden Uranvorkommen zu einer der wohlhabendsten Gemeinden der USA. Heute lebt das Städtchen vom Tourismus (Canyonlands NP und Arches NP) und tut dafür mit seiner Wildwest-Architektur auch etwas. Nicht weit von Moab entfernt liegt der Arches National Park48. Er beherbergt die weltweit größte Ansammlung von natürlichen Felsbögen. Noch rechtzeitig kurz vor Sonnenuntergang fuhren wir durch den Park und konnten so die herrliche rote Färbung auf dem Gestein sehen. Unter anderem auch einen auf einer Felsnadel balancierten Gesteinsblock; dieser zählt auch zu den Wahrzeichen des Parks. Im Garden of Eden genannten Parkteil sahen wir – zwar nur von weitem – neben dem North Window, welches von den Besuchern direkt begehbar ist, dem Double Arch, den Cove of Cave auch noch weitere Bögen. Wir wollten den Sonnenuntergang am Landscape Arch verbringen, also fuhren wir in den Devils Garden genannten Nordteil, vorbei an interessanten Sandsteinformationen. Um diese schlanke und mit 91 m längste Naturbrücke der Welt zu sehen, liefen wir auch noch ein klein wenig im schnellen Schritt, da die Sonne bereits versannk. Leider lag der Bogen schon im Schatten und wird nur von der Morgensonne beschienen. Schade für uns. Die Dämmerung hatte schon eingesetzt, doch dies hielt uns nicht ab, auch noch einen letzten Bogen zu besichtigen. Der Delicate Arch steht vollkommen frei und ziert als berühmtester Bogen des Parks und Utahs Staatssymbol auch zahlreiche Nummernschilder der Autos.
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Bis zu unserem Übernachtungsziel Grand Junction zeigte das Navi vom Park aus noch genau 200 km an. So nahmen wir auch noch diese letzte Tagesetappe auf uns. Von der US-191 bogen wir auf die Interstate 70 nach Osten ab. 21.15 Uhr passierten wir die Grenze zu Colorado, dem letzten Bundesstaat auf unserer Autotour. Nach insgesamt 416 Tages-Meilen kamen wir dann an unserem Etappenziel in Grand Junction an und checkten ins Super 8 Motel ein.
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46 1854 entdeckte man diese Stätte der Pueblo-Kultur, die ihren Höhepunkt zwischen 1200 und 1275 hatte; die Türme dienten vermutlich Verteidigungszwecken, als Kultstätten oder Lagermöglichkeiten
47 Colorado und Green River frästen ihre Betten tief in den Fels und schufen so die Canyons; der 1964 gegründete Nationalpark teilt sich in die Gebiete Needles, Maze und Island in the Sky
48 Der Arches Nationalpark wurde 1929 gegründet und umfasst ein Gebiet von 309 km²; Teilgebiete sind Courthouse Towers, Garden of Eden, The Windows Section, Devils Garden und Delicate Arch Area