Dienstag, 9. Oktober 2007
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| Flug von Denver nach Chicago |
Nun ist also schon die Hälfte unseres Trips vorbei und grob gesagt damit auch der Westen Amerikas abgeschlossen. Mit dem Flug nach Chicago startet heute mit dem Osten der zweite große Teil unserer Reise. Doch der Reihe nach.
Aufstehen war 8.00 Uhr angesagt. Danach gings gleich ans Sachen (um)-packen, damit wir pünktlich unseren Mietwagen abgeben konnten. Allerdings kamen wir mit etwas Verspätung erst kurz vor zehn los und fuhren in den Süden von Denver. Sebastian sollte sich zwecks des Erwerbs eines Handys einer bekannten Firma mit einem Apfel im Logo schlau machen. So kamen wir auch nicht viel später in einem großen Einkaufszentrum an und während Hartmut und Sebastian sich der Technik widmeten, sorgte ich für die Getränke. Letztendlich wurde es mit dem Handykauf (noch) nichts, aber was nicht ist, das kann ja bekanntlich noch werden. Eigentlich sollten wir unseren Wagen spätestens 10.30 Uhr in der Autovermietung wieder abgeben haben, doch diese Zeit hatten wir bereits überschritten. Hoffentlich müssen wir nichts nachzahlen. So fuhren wir schnurstracks nach Aurora in die South Havana Street um bei Hertz unseren Hyundai wieder los zu werden. Letztendlich hatten wir genau 2.070 Meilen (3.331 km) zurückgelegt. Doch als wir ausgeladen hatten und den ganzen Gepäckberg sahen, kam man schon ins Zweifeln, ob wir das alles auch tragen konnten.
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Zum Glück war die Bushaltestelle an der nächsten Straßenecke, aber mit dem Gepäck auf dem Rücken und in der Hand war selbst der Weg schon weit genug. Effektiv hingen wir eine Stunde im Zeitplan und es würde sehr eng werden mit dem Check-in am Flughafen. Glücklicherweise kam der Bus pünktlich und der zweite Bus, in den wir später umsteigen mussten, fuhr sogar etwas eher ab. So schafften wir problemlos die Abfertigung am Flughafen. Doch als wir am Gate ankamen lasen wir, dass unser Flug eine halbe Stunde Verspäterung hatte. Toll, erst den ganzen Zeitdruck und nun dies!
Dummerweise konnten wir drei nicht im Flieger zusammensitzen, da wir ja relativ spät am Check-in waren. Ich hatte einen Fensterplatz erwischt, Sebastian und Hartmut jeweils einen Mittelplatz. Der Flug über die Great Plains war relativ langweilig, draußen immer nur die gleiche Landschaft: Felder, nur Felder, und das über tausende Kilometer! Die einzige Abwechslung bestand in der Farbe und der Form der Felder, mal quadratisch, mal rund, mal rechteckig oder auch selten ganz unförmig.
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Nach der Landung in Chicago O'Hare52 gegen 17.30 Uhr CST53 fuhren wir mit der blauen Metrolinie in Richtung Zentrum. Die Ansagen sind vorbildlich in den Zügen, doch die Stopps in den Stationen dauern einfach zu lange. Ein netter Herr mit einem leichten indischen Touch half uns in der Metro bei der Routenplanung – ich kann nur sagen, sehr nett! Nachdem wir nach einer Dreiviertelstunde Fahrt in Jackson in die rote Linie gewechselt und in Fullerton ankamen, waren wir so gut wie am Ziel. Aber erst noch mit unserem Gepäckberg eine schmale Drehtür am Metroausgang meistern – kein Problem! Als wir auf dem Weg ins Hostel an einer größeren Straßenkreuzung uns kurz orientierten, sprach uns gleich eine junge Frau an und half uns weiter. Die Chicagoer sind sehr freundlich und hilfsbereit!
Als wir dann endlich im Hostel ankamen, waren wir erstmal fertig vom schweren Gepäck und der Typ an der Rezeption des Arlingten House hatte scheinbar auch das Arbeiten nicht erfunden. Nachdem er sich endlich entschlossen hatte, unsere Formalitäten zu erledigen und uns den Zimmerschlüssel zu geben, folgte die Ernüchterung: das Zimmer war kaum größer als eine größere Hundehütte und auch kaum besser gepflegt. Nach den ordentliche Übernachtungen der letzten Tage hatten wir wohl diesmal den Zonk gezogen.
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Um das Elend nicht länger ansehen zu müssen, brachen wir zu einer Runde in die Stadt auf. Nach dem Abendessen – es gab Gyros im Pitabrot – fuhren wir zum John Hancock Center54. Auf diese Wolkenkratzer kann man aus 343 m Höhe Chicago bei Nacht bestaunen. Und der Blick auf die erleuchtete Stadt war auch wunderschön. Vorn die Hochhäuser und dahinter die ganzen vielen Lichter bis zum Horizont (außer natürlich am Lake Michigan) – toll! Auf dem Rückweg zur Metro kamen wir am Water Tower an der Michigan Avenue vorbei. Dieser hell erleuchtete Wasserturm im Stile einer mittelalterlichen Burg stellt einen interessanten Kontrast zu den umliegenden modernen Wolkenkratzern dar. Generell ist die Architektur in Chicago gemischt zwischen alten historischen Gebäuden und modernen Bauten, aber irgendwie passt es zueinander.
Dummerweise waren auf unserer Metrolinie gerade Bauarbeiten im Gange und so mussten wir einen Umweg nach Hause nehmen. Doch wir schafften es noch kurz vor Mitternacht die wichtigsten Dinge einzukaufen, bevor wir in unser Kabuff zurückkehrten und den Tag größtenteils abschlossen.
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52 Der Chicagoer O'Hare Airport ist mit 77 Mio. Passagieren der zweitgrößte Verkehrsflughafen der Welt
53 Central Standard Time (7 h Zeitunterschied zu Deutschland)
54 Am 100-stöckigen John Hancock Center(1969 erbaut) sind die Stahlträger außen sichtbar angebracht; Attraktion ist die Besucherplattform in 343 m Höhe zu der ein 32 km/h schneller Lift führt