Sonntag, 14. Oktober 2007
![]() |
|---|
| Stadtbesichtigung New York City: Fulton Ferry, Coney Island (Brooklyn), Upper Midtown, Lower Midtown, Theater District, Central Park & Upper West Side |
Auf dem heutigen Tagesprogramm stand als erstes die Brooklyn Bridge in der Morgensonne. Da Hartmut noch etwas länger schlafen wollte, brachen Sebastian und ich kurz nach 8.30 Uhr alleine auf. In der Metro merkte man schon, dass heute Sonntag ist – einfach viel weniger Leute unterwegs als üblich und auch weniger Züge waren unterwegs. Übrigens auf unserer Reise war es gar nicht so einfach, sich den Wochentag zu merken. Als wir dann endlich auf der Brooklyner Seite der Brücke ankamen, war die Szenerie noch schön in das morgenliche Licht getaucht und man hatte einen tollen Blick auf Manhatten am East River. Natürlich wollten wir auch noch über die Brücke laufen. Hier war schon mehr los. Radfahrer, Jogger und Touristen waren nicht nur als Einzelgänger anzutreffen. Nette Aussichten auf die Wolkenkratzer, die Manhatten Bridge und auch "die Alte" boten sich uns (letztere hatten wir übrigens aus Zeitmangel aus dem Programm gestrichten).
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
|---|
11.15 Uhr trafen wir am Empire State Building67 ein. Hartmut wollten wir auf der Aussichtsplattform im 86. Stock treffen. Doch schon unten an der Tür wartete eine Schlange. 35 Minuten Wartezeit stand auf dem Schild am Eingang. Na dann, schnell rein! Im Grunde genommen ging es innen auch recht zügig voran, wenn man sich die Menschenmassen vor Augen führt, die dort schon warteten. Mit 18 Dollar war der (günstigste) Eintritt fast geschenkt – man stelle sich nun noch die Leute vor, die dort täglich hochgeschleust werden – da klingelt die Kasse! Mein Stativ durfte ich beim Sicherheitscheck natürlich wieder unten lassen. Das Empire State Building machte von innen keinen besonders schönen Eindruck, dafür war die Sicht von oben umso besser. Die Sonne schien auf das Häusermeer, der Wind pfiff und die Leute drängten sich auf der Plattform. Endlich kam auch Hartmut an, so dass wir den weiteren Tag zusammen gestalten konnten.
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
|---|---|---|---|
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
Und der sah so aus: mit der Metro nach Coney Island68, zu den alten Vergnügungsparks an der Atlantikküste. Kurz nach 15 Uhr, nach einer Stunde Metrofahrt (die Zeit ging heute unswahrscheinlich schnell um), kamen wir in Coney Island an und spazierten am fast komplett geschlossenen Rummel vorbei zur Strandpromenade. Auch die Holzhütten dort waren im alten Stil gehalten. Langsam musste man sich Mut machen, denn nun gingen wir den Sandstrand hinunter. Zum Wasser, in das ich ja eigentlich rein gehen wollte. Nachdem Hartmut und ich uns bis zu den Knien hineingetastet hatten, nahm ich allen Mut zusammen und tauchte ganz ab. So schlimm kalt war's gar nicht, der Pazifik war da kühler. Nun war ich also innerhalb von zwei Wochen in zwei verschiedenen Ozeanen gewesen! Doch schnell raus aus dem Wasser und in die warmen Klamotten. In Coney Island waren wir dann noch was Essen. Natürlich Hot Dog, denn bei Nathan's Famous (Hot Dog Laden) wird alljährlich die Weltmeisterschaft69 im Wettessen dieser Speise ausgetragen.
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
|---|
Zurück in New York trennten sich unsere Wege wieder. Ich wollte in der Stadt noch etwas herumschauen, doch die Dämmerung kam immer näher. Auf der 42. Straße bis zum Times Square – und wieder überall diese Menschenmassen – und dann weiter zum Grand Central Terminal70, dem Hauptbahnhof. Seine große Halle ist mit ihren riesigen Bogenfenstern schon sehr beeindruckend.
Weiter gings zur Staint Patrick's Cathedral71. Diese beeindruckende katholische Kirche ist eine der ältesten der Stadt – und diese wollen die Touristen natürlich auch sehen. Entsprechend viel war los. Gegenüber liegt gleich das Rockefeller Center72, einer Art Stadt in der Stadt. In der abendlichen Dunkelheit konnte man auf der Lower Plaza auf einer Eisbahn Schlittschuhlaufen. Für Mitte Oktober schon nicht schlecht! Nach einer Runde durch das Center gings weiter zum Columbus Circle.
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
|---|---|---|---|
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
Dort wollte ich eigentlich nur eine Station mit der Metro fahren um noch eine Runde im Central Park zu drehen, doch blöderweise erwischte ich einen Expresszug. Und der fuhr und fuhr. Immer an den Haltestellen vorbei ohne anzuhalten. Letztendlich war ich sieben Stationen zu weit und musste wieder zurück fahren. Im beleuchteten Park schließlich waren zum Glück noch Leute unterwegs, auch die Polizei war an jeder Ecke zu sehen. Das gab ein Gefühl der Sicherheit, denn dunkle Parks sollte man ja eigentlich meiden. Vorbei am Swedish Castle und dem Museum of Modern Art gings zum American Museum of Natural History – einem der größten seiner Art und 2001 war ich schonmal drin – und von dort mit der Metro nach Hause.
Nach noch einer kleinen Stärkung kam ich kurz vor halb elf im Hostel an. Die zwei Kollegen waren noch unterwegs, trafen aber eine Stunde später ein. Und so ging unser letzer Tag in New York – und der letzte gemeinsame mit Hartmut – zu Ende.
__________
67 Das Empire State Building (eröffnet 1931) ist mit 443 m (Mast) New Yorks höchster Wolkenkratzer; das Gerüst wurde in einem Rekordtempo von 23 Wochen errichtet, d.h. pro Woche vier Etagen; die Antenne auf dem Dach sollte ursprünglich als Anlegemast für Luftschiffe dienen; 6,1 m/s (22 km/h) sind die Aufzüge im Empire State Building schnell
68 Seit den 1920er Jahren gibt es in Coney Island drei riesige Rummelplätze und den Metro-Anschluss, zusammen mit der Strandpromenade locken sie die Besucher an
69 Jedes Jahr am Unabhängigkeitstag (4. Juli) findet in Coney Island die seit 1916 stattfindende Weltmeisterschaft im Hot-Dog-Wettessen statt: Sieger ist, wer in 12 Minuten die meisten heißen Hunde verdrückt
70 1913 wurde der Bahnhof im Beaux-Art-Stil eröffnet; beeindruckend sind die 23 m hohen Bogenfenster
71 Die römisch-katholische St. Patrick's Cathedral entstand 1878 als das prächtigste neugotische Bauwerk New Yorks und ist die größte Kathedrale der Vereinigten Staaten (2.500 Menschen Fassungsvermögen)
72 In der Rezession entstanden 1931-40 die 14 Gebäude des Rockefeller Center; der Art-déco-Komplex im Herzen Manhattens ist die größte Stadt in der Stadt in privater Hand