Mittwoch, 17. Oktober 2007
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| Stadtbesichtigung Toronto: Harbourfront, Financial District, Chinatown & Bloor-Yorkville |
Unser letzter vollständiger Tag auf unserer Reise begann 8.30 Uhr mit dem Weckerklingeln. Zum Frühstück gab's heute leckere Croissants mit Nutella – seit längerem mal wieder ein "normales" Frühstück. Danach liefen wir zur Metro Station an der Sherbourne Street. Die Tageskarte war mit 8,50 kanadischen Dollar nochmals etwas teuer als in New York, aber man hat ja zum Glück eine Wahl – kaufen oder laufen. Wir kauften. So kamen wir erst mit der Metro, dann mit der Straßenbahn und schließlich mit dem Bus zum Old Fort York. Dieses 1793 von den Briten erbaute Fort ist die Keimzelle Torontos. Während Sebastian draußen etwas chillte, schaute ich mir die Befestigung an. Auf dem Gelände waren verschiedene Backstein- und Holzbaracken verteilt, und alle noch mit der Originaleinrichtung von vor 150 Jahren. Schulklassen tobten auf dem Gelände herum. Aber die Besichtigung war schon interessant: die Offiziersunterkünfte, die Soldantenbetten, Musketen, Kanonen, die Küche und mehr.
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Der Bus brachte uns zurück zum Rogers Centre. Diese 1989 eröffnete Arena war die erste mit einem beweglichen Dach weltweit. Daneben.kratzte der CN Tower80 an den Wolken, naja, vielmehr war er schon zum Teil darin verschwunden. Denn heute war das Wetter nicht so toll und die Wolken hingen entsprechend tief. So mussten wir den Ausblick vom insgesamt 553 m hohen Fernsehturm erst einmal verschieben. Weiter ging die Runde durch das Hafenviertel am inneren Hafen des Lake Ontario weiter zum Bahnhof und dem gegenüberliegenden Royal York Hotel. Dies war früher Torontos führendes Hotel, doch heute machte es (von außen) eher einen traurigen Eindruck. Im Bankenviertel besichtigen wir noch eine Ausstellung zur Kunst der Inuits (Eskimos), bevor der schnöde Mammon wieder Überhand nahm. Denn wir besichtigten das Eton Centre, ein riesiges Einkaufszentrum. Vorbei am Alten machten wir am Neuen Rathaus erstmal eine Rast. Im Park der Osgoode Hall huschten immer wieder kleinen Gestalten über die Wiese. Viele grau, manche rötlich, doch die meisten eher schwarz: Eichhönchen en masse! Aller paar Meter huschte so ein Geselle herum! Der Weg führte uns weiter zur Chinatown und zum Kensington Market, wo Waren aller Art gehandelt wurden. Und so manches ungewöhnliche Kunstprojekt auf der Straße stand.
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Mit der Tram gings dann zur Universität. Bildung kann ja bekanntermaßen nie schaden. Auf dem Campus der University of Toronto stehen neben modernen Bauten auch einige altehrwührdige Gemäuer, die einen eher an eine englische Universität erinnern. Auch im Inneren schwere Eichendecken und alles eher im alten Stil gehalten. Das vermittelt schon eine gewisse Würde. Auch eher im älteren Baustil, neoromanisch, gehalten ist das Ontario Paliament Building im Queens Park. Die japanischen Touristen wurden dort busweise hingefahren, dass die Kameras nur so klicketen. Auch hier im Park waren wieder überall diese niedlichen Eichhörnchen. In keiner Stadt hab ich bisher so viele gesehen.
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Vom Royal Ontario Museum aus fuhren wir zur letzten Station unseres Tagesprogramms, zum Spadina Historic House. Auf der Anhöhe steht dieses viktorianische Haus, das ein reicher Industrieller der Stadt vermacht hatte. Zur Besichtigung war es mit kurz vor 17 Uhr eh zu spät, doch auch die Ansicht auf das Haus war durch ein Gerüst versperrt. Direkt gegenüber liegt die Casa Loma. Ein vom einem ebenfalls Indusriellen angelegtes Schloss, das alle möglichen Baustile in sich vereint. War nett anzusehen, trotz der auch hier stattfindenden Bauarbeiten.
Nun kamen sogar ein paar Regentropfen vom Himmel und Sebastian hatte auch für heute genug gesehen, doch ich wollte nochmal zum CN Tower fahren. Als ich dann dort ankam hatten sich die Wolken sogar etwas verzogen und die Turmspitze war bei sogar leicht blauem Himmel sichtbar. Hochgehen oder nicht, das war jetzt die Frage. Ich entschied mich dann doch dafür und für 19,50 Dollar und 58 Sekunden Zeitaufwand traf ich auf der verglasten Besucherplattform in knapp 350 m Höhe ein. Die Sicht war erwartungsgemäß nicht so toll, doch von der Innenstadt konnte man schon alles sehen. Eine ganz besondere Attraktion ist der Glass Bottom: durch in den Fußboden eingearbeitete Glasplatten kann man direkt senkrecht nach unten schauen. Nichts für schwache Nerven! Auch eine offene Plattform gibt es, wo einem der Wind um die Ohren pfeift. Bis es so richtig dunkel wurde vertrieb ich mir die Zeit damit, das Gewusel der "Ameisen" dort unten zu beobachten. Wie winzig doch alles wirkt. In der Dunkelheit war die Sicht (vermeintlich) besser und es war schon ein toller Ausblick auf das nächtliche Toronto.
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Wieder auf dem Boden der Tatsachen angelangt, machte ich noch eine kleine Runde durch die Downtown und schaute mit zum (vorerst) letzten Mal das Treiben in einer Großstadt mit 2,5 Millionen Einwohnern an. Zurück im Hostel gab's noch Abendbrot und das tägliche Schreiben dieses Berichts. Und für morgen wurden noch zwei kleine Besichtigungen geplant...
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80 Das höchste freistehende Bauwerk der Welt entstand 1972 als Zusammenarbeit der kanadischen Fernseh- mit der Bahngesellschaft; er beherbergt auch ein sich drehendes Restaurant und einen Glasboden, durch den man direkt nach unten schauen kann